HHKB – Schreiben & Praxis
In 2016 habe ich mich entschieden, von einem MacBook mit Deutscher Tastatur auf das US International Layout zu wechseln. Hauptgrund war, wie vermutlich bei den meisten Softwareentwicklern, dass die Klammern und Satzzeichen leichter zu erreichen sind und es sich einfach besser auf englisch schreiben lässt.
Warum diese Tastatur?
Ein Kollege ist in genau diesem Zeitraum auf das Happy Hacking Keyboard gekommen. Mir hat besonders das kleine 60%-Layout gefallen und dass es ein mechanisches Keyboard war. Wer regelmäßig auf einem MacBook schreibt, insbesondere mit dem butterfly Keyboard, kennt den Schmerz.
Und da die Umstellung von Deutsch auf US International so gut geklappt hat, dachte ich mir: warum nicht auch nach langer Abstinenz auf ein mechanisches Keyboard zurückzukehren und dann gleich ein UNIX-Layout mitnehmen. Caps-Lock habe ich ohnehin als unnötig empfunden und beim Drücken von CTRL habe ich mir immer schon den kleinen Finger verränkt.
Der Hauptunterschied zwischen einem herkömmlichen Layout und einem UNIX-Layout ist, dass das letztere keine Caps-Lock-Taste hat sondern an der Stele CTRL, was es deutlich einfacher macht mit Tastenkombinationen zu arbeiten. Jesse Donat hat hier eine ganz gute Gegenüberstellung erstellt.
Gesagt, getan: es wurde ein schwarzes Happy Hacking Keyboard Professional 2 bestellt. Sehr schnell habe ich mich an das neue Layout gewöhnt. So schnell, dass ich auf unterwegs ständig Caps-Lock aktiviert habe.
Vermutlich hätte es auch ein anderes 60%-Keyboard getan, solange es ein UNIX-Layout besitzt. Allerdings habe ich das HHKB schätzen und lieben gelernt. Es ist unverwüstlich, kompakt und da ich kein Banker oder Steuerbereater bin, der auf dem Nummernblock ständig lange Zahlen eingeben muss, ist das kompakte Layout nicht nur ein Vorteil für die Portabilität sondern wirkt auf jedem Arbeitsplatz minimalistisch.
HHKB evolution
Da ich das HHKB schon lange verwendet habe und als IT Consultant auch gerne bei unterschiedlichen Projekten unterwegs war, habe ich mich über die Ankündigung des neuen HHKB Professional Hybrid Type-S gefreut: endlich Bluetooth, kein Kabel und ein bisschen weniger clicky.
Als ich mein neues Wertkzeug in nerdy white - das klassische Grau - endlich in den Händen hielt, war ich begeistert: ich konnte es einfach auf meine MacBook-Tastatur legen und damit tippen. Eine Offenbarung!
Wenig später wurde das Modell in snow white, also richtiges weiß vorgestellt. Ein bisschen geärgert hat es mich, dass es nicht von vornherein in der Farbe verfügbar war. Gerade blank, also komplett unbedruckt.
Der Langeweile zum Trotz
Fast 10 Jahre nachdem ich das HHKB lieben gelernt habe, bin ich über Social Media und die Herstellerseite auf bunte Keycaps gestoßen: dandelion, sakora, wasabi und wisteria. Diese Farbtöne auf einem weißen, unbedruckten HHKB? Das sieht schon sehr schick aus.
Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass blank auch noch extra kostet und da alles in Japan produziert wird und es nur ein Bruchteil in die EU schafft, waren die Preise entsprechend hoch. Da es spezielle Topre Switches sind, passen leider auch keine gängigen Keycaps. Zu allem Überfluss ist eine der schönsten Farben - sakora - die Kirschblüte, in keinem Land mehr verfügbar. Zum Glück gibt es Dienstleister wie Big Apple Buddy, die gegen eine Servicegebühr Artikel aus US Onlineshops bestellen, umverpacken und an die Heimatadresse schicken.
Hier das Ergebnis:
Schreibskills verbessern
In der Schulzeit habe ich das 10-Fingersystem gelernt und kann es grundsätzlich auch noch. Allerdings habe ich es mir mit der Zeit komplett abgewöhnt, wahrscheinlich auch weil ich oft nicht genau wusste, welche Sonderzeichen ich wo finde. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass ich auf Fragen “Wie sperre ich eigentlich meinen Account auf dem Mac?” nie richtig antworten konnte, da es für mich einfach nur ein Griffmuster war. Mit der Umstellung auf blank Keycaps konnte ich ohnehin keine Zeichen mehr auf den Tasten suchen und das klappt soweit auch ganz gut.
Auf Instagram habe ich dann aber immer wieder Videos gesehen, in denen die Tippgeräusche der unterschiedlichen Switches, mit und ohne Lubes, verglichen wurden. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele eine bestimmte Website nutzen: https://keybr.com
In meinen Augen eine sehr schöne Seite, mit der man das Tippen gut üben kann und vorallem auch den Fortschritt sieht. Obwohl ich Minimalismus liebe, bin ich auch ein großer Fan von Statistiken und vor allem auch von Tracking in Bezug auf Optimierung/Verbesserung. Ich liebe einfach Effizienz. Nicht um jeden Preis, aber solange es nicht mehr Energie frisst und Spaß mach? Warum nicht?